1806 hatte Preußen bei Jena und Auerstedt den Krieg gegen Frankreich, gegen das „Ungeheuer“ Napoleon, verloren. Die königliche Familie floh daraufhin nach Ostpreußen und begab sich in den Schutz Russlands, ebenso ein Rest der preußischen Armee. Die nachsetzenden französischen Truppen zwangen die russischen und preußischen, Frieden zu suchen. Die Gespräche fanden im Sommer 1807 in Tilsit auf einem Floß auf der Memel zwischen Napoleon und dem russischen Zaren Alexander statt. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen durfte daran nicht teilnehmen. Es wurde über Preußen gesprochen, aber nicht mit Preußen. Königin Luise wurde deshalb vom preußischen Staatsminister Hardenberg und ihrem Mann zu Napoleon geschickt, um milde Friedensbedingungen zu erbitten.
Das Zusammentreffen von Kaiser und Königin war politisch bedeutungslos. Napoleon gestand nichts zu. Luise sei lediglich „Hardenbergs Papagei“, soll er nach dem Treffen gesagt haben. Die preußische Geschichtsschreibung aber hat in der Folge aus dem Treffen eine herzerwärmende Heldengeschichte dieses „stolzen Opfergangs“ der Königin verfasst, um die ganze Vergeblichkeit vergessen zu machen.
Die Präsentation in den Räumen des Schlosses Paretz betrachtet diesen Tiefpunkt der preußischen Geschichte anhand ausgewählter Objekte ohne alle Sentimentalitäten.
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Foto: Sammlung Jürgen Luh, Darstellung von 1896 zum Zusammentreffen Napoleon und Luise in Tilsit
