Die Himmelsscheibe ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Sie zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene, die wir kennen.
Elemente des Tag- und Nachthimmels vermischen sich vor einem abstrakten Sternennetz. Sonne und Mond werden aber nicht nur in ihrem Himmelslauf abgebildet, sondern auch erklärt. Zwischen den Horizonten erscheint ein Schiff in nächtlicher Fahrt über den Himmelsozean. Es ist hier zum ersten Mal als zentrales mythisches Symbol in Europa überliefert. Die Himmelsscheibe gibt uns einen Einblick in das Wissen unserer Vorfahren über den Weltenlauf und seine religiöse Deutung vor 3600 Jahren.
Der Bedeutung der Himmelsscheibe von Nebra als älteste konkrete Darstellung kosmischer Phänomene trägt auch ihre Aufnahme in das UNESCO-Dokumentenerbe ›Memory of the World‹ Rechnung, die im Juni 2013 erfolgte.
Der Fundort der Himmelsscheibe
3.600 Jahre lang lag ein Bild des Himmels im Boden verborgen – das „Himmelsauge" am Fundort verbindet Himmel und Erde exakt an dieser Stelle. Hier wurde die Himmelsscheibe genutzt. Auch heute kann man vom Mittelberg aus beobachten, wie hinter der markanten Landmarke des Harzmassivs mit dem Brocken am längsten Tag des Jahres, zur Sommersonnenwende, die Sonne untergeht. Der 30 m hohe Aussichtsturm, der wie der Zeiger einer Sonnenuhr gestaltet ist, ermöglicht diesen Ausblick.
Foto: Himmelsscheibe von Nebra, Frank Vincentz,
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