Bis heute prägen historische Bäder, weitläufige Parkanlagen und eindrucksvolle Gebäude das Erscheinungsbild der Stadt. Diese besondere Bedeutung für die europäische Kurkultur war auch ein Grund dafür, dass Baden-Baden 2021 gemeinsam mit weiteren traditionsreichen Kurstädten zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.
Die Ursprünge reichen bis in die Römerzeit zurück
Die Geschichte Baden-Badens begann lange, bevor es Deutschland in seiner heutigen Form überhaupt gab. Bereits die Römer erkannten den Wert der heißen Thermalquellen und gründeten hier im 1. Jahrhundert nach Christus eine Siedlung namens Aquae. Die Quellen wurden für öffentliche Bäder genutzt und machten den Ort schon damals zu einem wichtigen regionalen Zentrum. Nach dem Ende des Römischen Reiches blieb die Region besiedelt und entwickelte sich über die Jahrhunderte weiter.
Im Mittelalter gehörte Baden-Baden zur Markgrafschaft Baden, einem Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Stadt war zeitweise sogar Residenz der Markgrafen von Baden und gewann dadurch zusätzlich an Bedeutung. Eine interessante Kuriosität betrifft den heutigen Stadtnamen. Über viele Jahrhunderte hieß die Stadt nämlich schlicht Baden. Um Verwechslungen mit dem historischen Land Baden und anderen Orten gleichen Namens zu vermeiden, wurde häufig von „Baden in Baden“ gesprochen.
Aus dieser Bezeichnung entwickelte sich nach und nach der Name Baden-Baden, der allerdings erst 1931 offiziell eingeführt wurde. Die Thermalquellen blieben während all dieser politischen Veränderungen das wichtigste Merkmal der Stadt. Sie legten den Grundstein für jene Kurtradition, die Baden-Baden Jahrhunderte später zu einem der bekanntesten Kurorte Europas machen sollte.
Über 200 Jahre Spielbankgeschichte in Baden-Baden
Die Geschichte Baden-Badens als Kurstadt ist eng mit der Geschichte der deutschen Spielbanken verbunden. Viele der ältesten Spielbanken Deutschlands entstanden ursprünglich in bedeutenden Kurorten und sollten wohlhabenden Gästen zusätzliche Unterhaltung bieten. Während Besucher heute alternativ auch ein deutsches Online Casino nutzen können, war die klassische Spielbank über viele Generationen hinweg die einzige Möglichkeit, legal an solchen Angeboten teilzunehmen. Die Spielbank Baden-Baden wurde 1801 eröffnet und ist damit die drittälteste noch existierende Spielbank Deutschlands.
Älter sind lediglich die Spielbank Bad Ems aus dem Jahr 1720 sowie die Spielbank Wiesbaden, die 1771 ihren Betrieb aufnahm. Im 19. Jahrhundert gehörte ein Besuch der Spielbank für viele Kurgäste selbstverständlich zum Aufenthalt dazu. Die Spielbank entwickelte sich zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt für Adel, Künstler und wohlhabende Reisende aus ganz Europa. Das Casino war damit weit mehr als nur ein Ort für Glücksspiele und trug wesentlich zum internationalen Ruf Baden-Badens bei.
Bis heute zählt die Spielbank zu den bekanntesten Attraktionen der Stadt. Gleichzeitig hat sich die Glücksspielbranche in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Während früher ausschließlich stationäre Angebote existierten, stehen heute auch digitale Alternativen zur Verfügung. Ein Beispiel dafür ist Novoline, ein Anbieter mit deutscher Lizenz. Casinos wie Novoline stehen heute ergänzend zu den klassischen Spielbanken zur Verfügung, werden aber gänzlich anders reguliert.
Das Festspielhaus als kulturelles Aushängeschild
Baden-Baden ist jedoch nicht nur für seine Thermalbäder und die traditionsreiche Spielbank bekannt. Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Festspielhaus Baden-Baden. Mit rund 2.500 Plätzen gilt es als das größte Opern- und Konzerthaus Deutschlands. Eine Besonderheit besteht insbesondere darin, dass das Gebäude ursprünglich gar nicht als Veranstaltungsort errichtet wurde. Das Festspielhaus entstand aus dem ehemaligen Baden-Badener Stadtbahnhof, dessen historische Fassade bis heute erhalten geblieben ist und weiter gepflegt wird.
Hinter dieser Fassade befindet sich mittlerweile ein moderner Konzert- und Opernsaal, der Jahr für Jahr Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Auf dem Programm stehen insbesondere berühmte Opern, klassische Konzerte, Ballettaufführungen und weitere kulturelle Veranstaltungen. Regelmäßig treten dort international bekannte Orchester, Dirigenten und Solisten auf. Dadurch hat sich Baden-Baden auch als wichtiger Kulturstandort etabliert. Das Festspielhaus knüpft dabei an eine lange Tradition an. Schon im 19. Jahrhundert zog Baden-Baden zahlreiche Künstler, Komponisten und Schriftsteller an.
Die Stadt war also nicht nur ein Ort zur Erholung, sondern auch ein gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt für Gäste aus ganz Europa. Das Festspielhaus führt diese Rolle bis heute mit Stolz fort und gehört mittlerweile zu den bekanntesten kulturellen Einrichtungen Deutschlands überhaupt.
UNESCO-Welterbe als Teil der Great Spa Towns of Europe
Die lange Geschichte Baden-Badens als Kurstadt führte schließlich auch zu einer besonderen Auszeichnung. Im Jahr 2021 wurde die Stadt in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und gehört seitdem zu den sogenannten Great Spa Towns of Europe. Die Aufnahme erfolgte dabei nicht als Einzelstandort. Stattdessen bildet Baden-Baden gemeinsam mit zehn weiteren historischen Kurstädten aus sieben europäischen Ländern ein gemeinsames UNESCO-Welterbe. Zu diesem Welterbe gehören neben Baden-Baden unter anderem auch Karlsbad und Marienbad in Tschechien, Spa in Belgien sowie Bath im Vereinigten Königreich.
Obwohl diese Städte in unterschiedlichen Ländern liegen, verbindet sie nämlich eine gemeinsame Geschichte. Sie entwickelten sich zwischen dem 18. und frühen 20. Jahrhundert zu international bekannten Kurorten und zogen Gäste aus ganz Europa an. Kurorte waren damals weit mehr als reine Erholungsorte. Wer es sich leisten konnte, reiste oft für mehrere Wochen oder sogar Monate an einen solchen Ort. Dort wurde nicht nur gebadet oder medizinisch behandelt.
Kurstädte entwickelten sich auch zu gesellschaftlichen Treffpunkten, an denen sich Adelige, Künstler, Unternehmer, Politiker und wohlhabende Reisende begegneten. Diese gemeinsame Entwicklung war letztlich ausschlaggebend für die UNESCO-Auszeichnung. Die Great Spa Towns of Europe gelten als Beispiele für ein europaweites Phänomen, das sich über viele Länder hinweg beobachten ließ. Thermalbäder, Kurhäuser, Parkanlagen, Promenaden, Theater, Hotels und Spielbanken gehörten dabei häufig fest zum Angebot solcher Städte.
Auch Baden-Baden erfüllte all diese Merkmale. Die Thermalquellen bildeten zwar die Grundlage der Stadtentwicklung, doch erst das Zusammenspiel aus Bädern, kulturellen Angeboten, Parks, Hotels und gesellschaftlichen Treffpunkten machte Baden-Baden zu einem der bekanntesten Kurorte Europas. Besucher kamen also nicht nur wegen der Heilquellen, sondern auch wegen des gesellschaftlichen Lebens und des besonderen Ansehens der Stadt. Die UNESCO würdigt damit nicht einzelne Gebäude oder Sehenswürdigkeiten. Ausgezeichnet wurde vielmehr die historische Bedeutung Baden-Badens als Teil einer Entwicklung, die zahlreiche europäische Kurorte über Generationen hinweg geprägt hat.
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