Straubing – eine Stadt mit 7.000 Jahren Geschichte
Straubing liegt im Gäuboden, einer der fruchtbarsten Landschaften Bayerns, unweit der Donau. Die Lage an dieser jahrtausendealten Ost-West-Verbindung in Richtung des böhmischen Beckens machte die Region früh attraktiv: Archäologische Funde belegen eine nahezu durchgehende Besiedlung seit etwa 5600 v. Chr. Aus der keltischen Siedlung wurde ein römischer Stützpunkt, aus dem antiken Sorviodurum eine mittelalterliche Stadt. Später stieg Straubing zur herzoglichen Residenz auf und war zeitweise Regierungssitz eines wittelsbachischen Teilherzogtums. Der Reichtum des Bodens und die Nähe zu wichtigen Handelswegen sorgten über Jahrhunderte für Wohlstand, der sich in Bürgerhäusern und Kirchenbauten niederschlug. Die Donau prägt die Stadt bis heute – als Landschaftsraum und als Verkehrsader, entlang derer sich Rad- und Wanderwege ziehen. Für Kulturreisende heißt das: Hier lässt sich europäische Geschichte von der Jungsteinzeit bis in die Neuzeit an einem einzigen Ort nachvollziehen.
Der Römerschatz im Gäubodenmuseum
Das kulturelle Herzstück der Stadt liegt nur wenige Schritte vom Stadtplatz entfernt in der Fraunhoferstraße: das Gäubodenmuseum der Stadt Straubing. Seine Sammlungen wurden ab 1845 zusammengetragen, den heutigen Namen trägt das Haus seit 1938; 2020 blickte es auf 175 Jahre Sammlungsgeschichte zurück. Auf rund 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche führt es durch 7.000 Jahre Stadt- und Regionalgeschichte – von der Jungsteinzeit über die Kelten bis ins frühe Mittelalter.
Die vorgeschichtliche Abteilung versammelt bandkeramische Gräber mit Beigaben aus Mittelmeermuscheln, Zeugnisse der frühbronzezeitlichen „Straubinger Kultur“ und einen urnenfelderzeitlichen Holzbrunnen. Es folgt die Abteilung zur Römerzeit, eine der größten ihrer Art in Bayern. Ihr Glanzstück von internationaler Bedeutung ist der Römerschatz: der größte geschlossene Hortfund römischer Paraderüstungen überhaupt. Die Stücke wurden 1950 in Straubing entdeckt; verborgen worden waren sie vermutlich im 3. Jahrhundert n. Chr., in einer Zeit kriegerischer Unruhen. Zu sehen sind kunstvoll gearbeitete Gesichtsmasken, Beinschienen und Rossstirnen für Pferde, dazu Statuetten und Alltagsgegenstände, die ein lebendiges Bild des römischen Sorviodurum zeichnen. Auch Militärgeschichte, Religion und Grabkult kommen zur Sprache.
Erweitert wird das Museum durch die 2018 eröffnete Abteilung „Baiern gefunden“, die nach modernen Standards interaktiv und barrierefrei gestaltet ist und sich der Frühgeschichte der Baiern in diesem Raum widmet. Lückenlos lässt sich hier nachverfolgen, wie aus der Spätantike das frühe Mittelalter wurde. Für Archäologie-Interessierte ist dieses Museum allein schon eine Reise wert.
Stadtplatz, Stadtturm und historische Altstadt
Das zweite kulturelle Zentrum Straubings ist die historische Altstadt selbst. Die Neustadt wurde 1218 von Herzog Ludwig dem Kelheimer gegründet – eine planmäßige Anlage, die dem Stadtbild bis heute seinen Grundriss gab. Herzstück ist der rund 600 Meter lange Stadtplatz um den Theresienplatz, gesäumt von Bürgerhäusern mit markanten Giebeln. Heute ist die Flaniermeile Fußgängerzone und zugleich lebendiger Mittelpunkt der Stadt.
Mitten aus dem Platz wächst der Stadtturm: Der gotische Bau, 1316 begonnen, misst 68 Meter und gilt bis heute als Wahrzeichen Straubings. Nur wenige Schritte entfernt steht die Dreifaltigkeitssäule, die 1709 aufgrund eines Gelübdes errichtet wurde. Wer den Blick schweifen lässt, entdeckt zwischen den Fassaden Details aus Gotik und Barock – und in den stillen Seitengassen kleine Läden und historische Handwerkerhäuser. Am Rande der Altstadt bildet die Basilika St. Peter mit ihrem historischen Friedhof einen ruhigen Gegenpol zum Treiben am Stadtplatz.
Die kompakte Anlage macht es leicht, alles zu Fuß zu verbinden: Kirchen, ehemalige Klöster und Adelssitze liegen nur wenige Gehminuten auseinander, und auch Gäubodenmuseum und Donauwiesen sind vom Platz aus schnell erreicht. Besonders reizvoll sind die Abendstunden, wenn Turm und Fassaden in warmem Licht stehen und sich die Lokale am Platz füllen.
Straubing als Ausgangspunkt für Kulturreisende
So kompakt die Stadt ist, so sehr profitiert ein Kulturtrip von einer Unterkunft in zentraler Lage. Wer mitten im Geschehen wohnt, erreicht Museum, Stadtplatz und Altstadtgassen bequem zu Fuß – und kann den Abend ohne lange Wege ausklingen lassen. Direkt am Theresienplatz liegt mit dem Theresientor ein Hotel mit Expertise in Straubing, das genau diese Ausgangslage bietet: Das Vier-Sterne-Haus steht an der Fußgängerzone, und Gäste erreichen Gäubodenmuseum, Stadtturm und Basilika in wenigen Gehminuten.
Für Anreisende mit dem Auto ist die hauseigene Tiefgarage ein praktischer Vorteil – in einer Innenstadt mit Fußgängerzone keineswegs selbstverständlich. Am Anreisetag bleibt so noch Zeit für einen ersten Spaziergang über den Platz; am nächsten Morgen liegt alles Wichtige in Laufweite, vom Museum für den kulturhistorischen Vormittag bis zur Altstadt für den Nachmittag. Gerade für einen Kurztrip von zwei bis drei Tagen ist das eine Reiselogistik, die wenig Planung erfordert und viel Zeit für die eigentlichen Erlebnisse lässt. Auch kulinarisch muss niemand weit gehen: Das Haus verfügt über eigene gastronomische Angebote.
Das Haus versteht sich zudem als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region – passend für Reisende, die Stadt und Umland kombinieren möchten. Auch Geschäftsreisende und Tagungsgäste nutzen die zentrale Lage; für Kultururlauber zählt vor allem der kurze Weg zwischen Frühstückstisch und erstem Programmpunkt. Und wer mit der Bahn anreist, profitiert ebenfalls vom kompakten Stadtzentrum, in dem kaum ein Ziel weiter als ein kurzer Spaziergang entfernt liegt.
Weitere Ausflugsziele in der Umgebung
Wer mehr als ein Wochenende einplant, kann Straubing als Basis für Ausflüge in die nähere Umgebung nutzen. Die Donaustadt Regensburg mit ihrer zum UNESCO-Welterbe zählenden Altstadt, dem gotischen Dom und der Steinernen Brücke liegt in Reichweite eines Tagesausflugs und ergänzt den Straubinger Besuch um eine weitere Station europäischer Stadtgeschichte.
In die andere Richtung lockt der Bayerische Wald mit Wäldern, sanften Bergen und traditionellen Orten – ein Kontrastprogramm zum Museumsbesuch. Direkt vor den Toren der Stadt beginnen außerdem Rad- und Wanderwege: Straubing liegt am Donauradweg und am Donaupanoramaweg, sodass sich Kultur und Natur bequem miteinander verbinden lassen. Auch der Tiergarten Straubing, eingebettet in eine alte Parkanlage und Heimat von rund 200 Tierarten, zählt zu den beliebten Zielen der Region.
Und einmal im Jahr, im Spätsommer, verwandelt sich die Stadt ohnehin in eine große Festbühne: Das Gäubodenvolksfest, 1812 als landwirtschaftliches Vereinsfest entstanden, gilt als zweitgrößtes Volksfest Bayerns und zieht rund 1,4 Millionen Besucher an. Wer es ruhiger mag, kommt besser außerhalb dieser Tage – wer bayerische Lebensart hautnah erleben will, genau dann.
Ob Römerfund, gotischer Turm oder Ausflug an die Donau: Straubing belohnt Kulturreisende mit einer Dichte an Geschichte, die man in dieser kompakten Form nicht überall findet. Ein Besuch lässt sich spontan planen – und wer zentral wohnt, erlebt die Stadt am intensivsten.
Foto: Rainer Eck auf Pexels, Ludwigsplatz_(Straubing)_02.jpg : Bkmd Ludwigsplatz_(Straubing)_03.jpg : Bkmd Ludwigsplatz_(Straubing)_04.jpg : Bkmd derivative work: Gomera-b ( talk )

