Wie zuvor im Holzschnitt werden auch in der Plastik Tiere Matarés zentrales Thema und Motiv. Vor allem aus der direkten Beobachtung von Kühen destilliert Mataré die für ihn typischen zeichenhaft abstrahierten Skulpturen – stets aufs Neue sucht der Künstler nach Formen für »Wesen« und »Essenz«. Ein besonderer Reiz seiner oft kleinformatigen Objekte geht von der sorgsamen Oberflächenbearbeitung so unterschiedlicher Materialien wie Zink, Bronze, Silber, Nussbaum- oder Ebenholz aus.
Dass Matarés elegant stilisierende Formensprache nationalsozialistische Verfemung nicht nur überdauert, sondern in der jungen Bundesrepublik nachhaltige Wirkung entfalten kann, liegt auch an einer erfolgreichen Lehrtätigkeit an der Düsseldorfer Kunstakademie. Bereits 1932 dorthin berufen, im Folgejahr als »entartet« entlassen, wird Mataré 1946 erneut Professor für Bildhauerei; zu seinen Schülern zählen Erwin Heerich, Joseph Beuys und Günter Haese.
Die gemeinsam mit dem Kunsthaus Dahlem in Berlin und dem Museum Lothar Fischer in Neumarkt in der Oberpfalz realisierte Ausstellung zeigt rund 70 plastische Werke und Arbeiten auf Papier aus dem Museum Kurhaus Kleve – kleine Kostbarkeiten von großer Ausdruckskraft.
Weitere Infos hier
Foto: Ewald Mataré: Zeichen eines Pferdes, 1945, Bronze, Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve © VG Bild-Kunst, Bonn 2026; Annegret Gossens
