Historischer Kontext der Geniekult-Verehrung
Lang ist die Liste der in dieser Zeit Verehrten aus Vergangenheit und Gegenwart: Shakespeare, Dürer, Friedrich der Große, Napoleon, Goethe, Schiller, Königin Luise, Bismarck, Beethoven, Humboldt, Paganini, Liszt, Schumann, Wagner… Krisenzeiten, gesellschaftlicher Wandel und Unzufriedenheit beförderten Sehnsüchte nach starken Anführern, Rettern und Vorbildern. Zweifel an Religion und Kirche führten zu „Ersatzheiligen“ aus dem weltlichen Leben. Idol, Ikone, fanatisch oder ekstatisch sind nicht zufällig Begriffe des Religiösen, die im Personenkult Anwendung fanden und bis heute finden.
Genie vs. Star - Merkmale und Unterschiede
Das Genie galt als gottgleicher Schöpfer, Prophet und Grenzüberschreiter, Wertebringer und Motor der Gesellschaft. Oft war es zugleich verkannter Märtyrer, Außenseiter, manchmal dem Wahnsinn nah. Der Star verkörperte einige Genie-Eigenschaften, war aber breitenwirksamer und publikumsnäher mit größerer emotionalisierender Kraft. Auch Frauen wurden zu Stars. Zeitungen und Zeitschriften, Konsum- und Unterhaltungskultur, neue Infrastrukturen und Medien bildeten die Basis für oft schon international anerkannte Idole. Verehrung und Vermarktung zeigen sich in frühen Fan-Artikeln und Autogrammen, in Hysterie und Rivalitäten.
Ausstellungsexponate und Leihgaben
Die etwa 170 Objekte stammen zum Großteil aus den Sammlungen des GNM. Sie werden ergänzt um herausragende Leihgaben der John Neumeier Stiftung, Hamburg, dem Deutschen Theatermuseum, München und weiteren Museen und privaten Sammlungen.
Einfluss auf Gegenwartskultur
Die Ausstellung lädt dazu ein, historische Muster der Verehrung zu erkennen – und zu fragen, warum Geniekult, Starsysteme und Personalisierung bis heute unsere Kultur prägen.
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Foto: GNM
